Vegetationsstudie in der Lüneburger Heide

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Inhaltsverzeichnis Diplomarbeit

Teil B: Das Untersuchungsgebiet

5. Klima

Die Lüneburger Heide gehört laut HORST (1964 zum subatlanischen Klimabereich der kalten und gemäßigten Zone Europas. Die Ozeanität führt im allgemeinen zu regenreichen, mäßig warmen Sommern und milden Wintern. Obwohl die Entfernung zum Meer nur gering ist (ca. 120 km), trägt das Untersuchungsgebiet aufgrund der sich im Osten anschließenden Kontinentalmasse und wegen seiner Höhenlage (80-120 m ü. NN) kontinentale Züge (SEEDORF und MEYER 1992 ). Der die Heide durchquerende Haupthöhenzug gliedert das Gebiet in einen östlichen, kontinentaleren und einen westlichen Klimabereich mit stark abgeschwächtem kontinentalen Einfluß (LÖTSCHERT 1962 ), der die Winter trockener und kälter und die Sommer wärmer macht. Die Luv-Lage des Untersuchungsgebietes zum Wilseder Endmoränenzug hat höhere Niederschläge als in den angrenzenden Gebieten zur Folge (KRAUSE UND SCHRöDER 1979, vgl. Abb.6).

Das in diesem Gebiet vorherrschende Westwindklima, welches maritime Luftmassen mit sich führt, bringt den Hauptanteil des Niederschlags ein. 3/5 aller Winde sind Westwinde (MEYNEN 1962). Zusätzlich entstehen im Sommer konvektive Niederschläge, wenn bodennahe Luft durch Sonneneinstrahlung aufgeheizt und damit zu raschem Aufstieg veranlaßt wird. Die Feuchtigkeit tragende Luft wird dabei abgekühlt und "abgeregnet" (SEEDORF und MEYER 1992).

Die dem Untersuchungsgebiet nächstliegende Wetterstation (Entfernung: 15 km), in der langjährig Klimadaten gesammelt wurden, ist Soltau. Sie befindet sich westlich des Endmoränenzuges, liegt aber zwischen 15 bis 45 m tiefer als das Untersuchungsgebiet, so daß die in ihr ermittelten Klimadaten nur mit leichten Abstrichen auch noch für das Untersuchungsgebiet herangezogen werden können.

In Abb.6 ist ein Klimadiagramm von Soltau (WALTER UND LIETH 1967 ) zu sehen. Mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 738 mm und ganzjährig positiven Niederschlagsbilanzen kann man das Klima als durchaus humid bezeichnen. Im Sommer fallen die meisten Niederschläge (Juli: 87 mm), aber auch im Winter ist ein Anstieg der Kurve zu bemerken (Januar: 63 mm). Die Luftfeuchtigkeit beträgt im Mittel 80- 82% (HORST 1964 ).

Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 8.0·C. Die Temperaturen des wärmsten Monats im Sommer erreichen ein mittleres Tagesmittel von 17.1°C im Juli, im Winter fallen sie auf -0.1°C im Januar (KALB UND NOLL 1980). Das mittlere Datum des ersten Frostes wird im Klimaatlas von Niedersachsen (HOFFMEISTER UND SCHNELLE 1945 ) noch vor dem 30. September angegeben, das mittlere Datum des letzten Frostes zwischen dem 15. und 20. Mai. Mit frostfreien Tagen ist nur an 133 Tagen zu rechnen. Der Beginn der Tagestemperaturen von 5°C liegt zwischen dem 5. und 10. April und fälltn zwischen dem 5. und 10.11 wieder darunter. Die Vegetationsperiode im Untersuchungsgebiet (219 Tage) ist im Vergleich zu den Nachbarorten Nienburg (225 Tage) und Celle (224 Tage) relativ kurz (HORST 1964 ).

Die sandigen Geesthochflächen mit ihrem geringen Wärmespeichervermögen bewirken starke Frostgefährdungen (SEEDORF Und MEYER 1992) . Besonders die offene Vegetation fördert die schnelle Wärmeabstrahlung des Sandes (HORST 1964). Kleinklimatische Unterschiede zum Normalklima kann man in tiefergelegenen Moorgebieten finden, die als ausgesprochene Kälteherde gelten, da in ihnen absteigende, kalte Luftströme angesammelt werden. Erschwerend kommt hinzu, daß nasser Torf eine geringe Wärmeleitfähigkeit besitzt und es zu Wärmeverlusten durch permanente Verdunstung kommt, so daß im Sommer noch mit Bodenfrost gerechnet werden kann (DIERSCHKE 1969) .

Abbildung vom Klimadiagramm Schneverdingen

Hier das Klimadiagramm von Schneverdingen, gemessen in der Wetterstation der Norddeutschen Naturschutzakademie im Jahr 1995. (NORDDEUTSCHE NATURSCHUTZAKADEMIE 1995 , unveröffent.). Aufgetragen sind die absoluten monatlichen Niederschlagsmengen und die mittleren Monatstemperaturen.

Der Jahresniederschlag für das Untersuchungsjahr 1995 betrug 743 mm und lag damit im normalen Durchschnitt, verglichen mit dem Durchschnitt der langjährigen Klimameßwerte der Wetterstation Soltau (Æ 738 mm). Die mittlere Jahrestemperatur lag in diesem Jahr mit 9.3°C erheblich hoch (Soltau: Æ 8.0°C, s. Abb. 6); sowohl die ersten Wintermonate als auch die Sommermonate waren mild bzw. außerordentlich heiß (maximale mittlere Monatstemperatur: Juli 20.8°C, s. Abb. 6). Der 22.Mai war das Datum des letzten und der 1.Oktober des ersten Frosttages (NORDDEUTSCHE NATURSCHUTZAKADEMIE 1995 , unveröffentlicht).

Aus Abb.7 wird ersichtlich, daß in die Vegetationsperiode 6 Monate, mit zum Teil starken, negativen Niederschlagsbilanzen fallen, worunter die Vegetation sehr gelitten hat. Eine fünfmonatige Dürreperiode (April bis August) wurde erst spät durch den niederschlagsreichsten Monat September (173.1 mm) abgelöst. Fast 40% des Jahresniederschlags fiel in den ersten 3 Monaten des Frühjahrs und war wegen der tiefen Temperaturen für die Vegetation nur wenig verfügbar. Die Niederschlagsverteilung verlief im Jahr 1995 folglich sehr ungünstig.

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