Vegetationsstudie in der Lüneburger Heide

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Inhaltsverzeichnis Diplomarbeit

Teil C: Material und Methoden

1. Pflanzensoziologische Methoden

Um sich über das Untersuchungsgebiet einen Überblick zu verschaffen, wurde vor Beginn der Vegetationsperiode im März 1995 anhand der topographischen Karten (MTB 1:5000: 2824.18, 2824.24, 2824.30, 2825.11, 2825.16, 2825.21 ) und den entsprechenden Luftbildern (1:5000) der Jahre 1994 bzw. 1992, das grobe Verteilungsmuster der Vegetation, die Lage von Gewässern und die Reliefunterschiede eingesehen. Diese Eindrücke wurden von verschiedenen Begehungen ergänzt, um spätere Vegetationsaufnahmen zu lokalisieren, die für das Gebiet möglichst repräsentativ sein sollten. Kleinflächige, aber mehrfach gefundene Vegetationseinheiten wurden öfter erfaßt, so daß sie im Aufnahmesatz im Verhältnis zu ihrer Ausdehnung eher überproportional vorhanden sind. Ausgenommen wurden epiphytische Sonderstandorte, wie Steine und Totholz.

In dem Zeitraum Mai-August 1995 wurden 150 Vegetationsaufnahmen nach der Barkman/Doing/Segal-Methode angefertigt (BARKMAN et al. 1964), die einmalig vorgenommen wurden. Dabei wurde darauf geachtet, daß die von DIERßEN (1990) und DIERSCHKE (1994) empfohlenen Untersuchungszeiträume für verschiedene Vegetationstypen eingehalten wurden. Für Heiden wurde kein bevorzugter Zeitraum angegeben. Die Aufnahmen wurden in dieser Arbeit von Mai-August angefertigt.

Bei der Festlegung der Aufnahmegröße wurden die im folgenden angegebenen Richtwerte als Orientierungswert genommen (DIERßEN 1990). Konnten diese Richtgrößen nicht eingehalten werden, weil die Homogenität nicht gewährleistet war, wurden kleinere Flächen gewählt.

Die Artmächtigkeit innerhalb der Vegetationsaufnahmen wurde in Anlehnung an BARKMAN ET AL. (1964) in einer kombinierten Abundanz-Dominanz-Skala geschätzt, das bei geringen Deckungswerten (<5%) überwiegend Individuenzahlen (Abundanz), bei höheren Deckungsgraden (>5%) die Dominanz bewertet (s. u.). Diese Schätzskala wurde der üblichen von Braun-Blanquet vorgezogen, weil sie wesentlich genauer ist. Außerdem hat sie den Vorteil, bei Bedarf ohne Schwierigkeiten in die Braun-Blanquet-Schätzskala umgewandelt zu werden (BARKMAN ET AL., 1964).

Junge, vegetative Pflanzen, deren Bestimmung mit Schwierigkeiten verbunden war, wurden in der Aufnahme vorerst deskriptiv mit einbezogen und geschätzt. Ein Exemplar wurde dann herbarisiert und bei einer späteren Begehung mit der nun blühenden Pflanzen verglichen, nachbestimmt und ergänzt. Ein Großteil der Moose und Flechten konnte erst mikroskopisch nach der Geländearbeit sicher bestimmt werden, so daß bei ihnen die Angaben zur Deckung bzw. Häufigkeit zum Teil ungenau sein können. Separat davon wurden standörtliche Beobachtungen und Daten vermerkt, die zur Charakterisierung der Vegetationseinheit von Nutzen sein könnten (z.B. Alter der Baumschicht, Befahrungsspuren, Wildfraß, Bodenart u.a.).

Nachstehende Abkürzungen sind in den Tabellen benutzt worden: AC = Assoziationskennart
VC = Verbandskennart
OC = Ordnungskennart
KC = Klassenkennart
D = Differentialart
(M) = Moos
(F) = Flechte

Der Standort der Vegetationsaufnahmen wurde in den oben angegebenen topographischen Karten (1: 5000) möglichst genau lokalisiert und eingetragen. Dabei wurde sich an Landmarken und mit Hilfe eines Kompaßes orientiert. An zwei Ecken der Aufnahmeflächen wurden Marken gesetzt, um für später folgende Bodenproben und Nachbestimmungen diese Flächen wiederzufinden.

Die fertigen Vegetationsaufnahmen wurden in das Computerprogramm Excel Version 5.0 eingegeben und nach floristisch-soziologischen Kriterien sortiert (DIERSCHKE 1994). Die Zeigerwerte stammen aus ELLENBERG (1991).

Die vorgenommen Aufnahmen wurden, soweit wie möglich, in die bereits beschriebene Pflanzensystematik eingeordnet. Die Nomenklatur der Vegetationseinheiten richtet sich nach POTT (1995). Wo das nicht möglich war, wurde für einige Bestände die ranglose Bezeichnung Gesellschaft benutzt. Bei artenarmen Dominanzbeständen und Einzelaufnahmen wurde die neutrale Bezeichnung Bestand gewählt.

Forsten ab einem Mindestalter von 40 Jahren wurden in Anlehnung an SISSINGH (1975) syntaxonomisch eingeordnet und mit natürlichen Wäldern in einer Tabelle zusammengestellt, hingegen wurde die Krautschicht von Bauminseln und die der Erosionsschutzpflanzungen in einer Vegetationstabelle rein ökologisch nach ihrem Licht- und Feuchtezeigerwerten nach ELLENBERG ET AL. (1991) geordnet und charakterisiert.

Zum Schluß wurden die Pflanzengesellschaften und Bestände in Übersichtstabellen zusammengestellt, um eine syntaxanomische Übersicht und floristische Vergleiche zu ermöglichen.

Schwierigkeiten bei der Auswahl der Aufnahmeflächen bereitete die Gewährleistung der Homogenität. Die verschieden starke Befahrung und Schwere von Rad- und Kettenfahrzeugen führte zu äußerst unterschiedlichen Belastungen auf kleinstem Raum. Manche Teilflächen wurden regelmäßig, andere Stellen nur sporadisch befahren, verschieden alte und tiefe, zum Teil sicher schon verwitterte Panzerfahrspuren, führten zu grundsätzlichen Vorüberlegung, nach welchen Homogenitätskriterien die Aufnahmeflächen ausgesucht werden sollten.

Nach BRAUN-BLANQUET (1964) erfolgt die Beurteilung der Homogenität nach subjektiver Einschätzung der floristisch-ökologischen Gleichartigkeit des Bestandes. Die Existenz verschiedener Homogenitätsniveaus und die daraus folgende Problematik wird von BARKMAN (1964) tiefergehend erläutert. Die horizontale Bestandes-Heterogenität kann eine Folge von primär abiotischen Faktoren sein. Hier setzt die Braun-Blanquet-Schule hauptsächlich die niedrigste Heterogenitätsstufe an. Ausnahmen bilden die Bulten und Schlenken in Hochmooren, in denen biotische und sekundär abiotische Faktoren zu einem heterogenen Muster führen, die auch in der Braun-Blanquet-Schule mit der Zuordnung zu verschiedenen Pflanzengesellschaften besonders berücksichtigt wird. Im Untersuchungsgebiet ist die primäre abiotische Heterogenität durch die starke Panzerbefahrung überformt, so daß eine sekundäre abiotische Heterogenität hinzukommt. Ohne eine genaue Standortanalyse ist es kaum möglich, die Frage nach der Homogenität sowohl der biotischen, als auch der primären und sekundären abiotischen Homogenität zu beantworten (BARKMAN 1964). Vorgefundene floristische Heterogenität lassen oft nur Vermutungen über die Art des Homogenitätsniveaus zu (noch Beispiel einbringen). Hieraus folgt für die Wahl der Aufnahmegröße, daß sie oft zugunsten der Homogenität unterhalb des Minimumareals angesetzt wurde. Andererseits wurde aber auch der Begriff der Homogenität so weit gefaßt, daß er gleichmäßig gestörte Standorte mit einheitlicher Physiognomie mit einschließt. Somit wurde eine Atomisierung der Aufnahmen durch eine zu starke Differenzierung von Aufnahmeflächen vermieden. Eindeutige physiognomische, standörtliche oder strukturelle Unterschiede sind natürlich weiterhin zur Abgrenzung der Aufnahmeflächen beachtet worden.

DIERSCHKE (1994) weist auf die Erfassung von Assoziationskomplexen (Sigmeten) hin. Hierbei ist der Homogenitätsanspruch so zu verstehen, daß ein relativ gleichmäßiges Muster von Inhomogenitäten des Standortes und der Vegetation vorhanden ist. In Anlehnung an TüXEN (1978), der nordwestdeutsche Kleinstmoore anhand von Sigmassoziationen beschreibt, enthalten einige Moor-Aufnahmen in dieser Arbeit ganze Assoziationskomplexe.

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