1. Gewässervegetation der Klassen Potamogetonetea, Littorelletea uniflorae und Phragmitetea australis
Im Untersuchungsgebiet befinden sich 11 stehende Kleingewässer (s. Vegetationskarte im Anhang),
die nicht natürlichen Ursprungs sind, sondern im Laufe der Truppenübungszeit angelegt wurden. Die Senken der
Gewässer V, VI, VII und VIII im Möhrengrund sind auf Schmelzwasserrinnen der Eiszeit zurückzuführen
und stellen natürliche Senken dar, die vertieft wurden. Diese künstlich angelegten Teiche dienten als Erosionsfallen,
da durch die starke Befahrung die schützende Vegetationsdecke beschädigt und zu einem großen Teil
vollständig zerstört wurde, so daß einerseits Erosionswasser nicht aufgehalten werden konnte, aber auch
durch den fehlenden Wasserverbrauch der Pflanzen viel mehr überschüssiges Wasser vorhanden war. In dem
sehr trockenen Untersuchungszeitraum fielen die flachen Tümpel I und II bis Ende Juli vollständig trocken,
während die Senken III, IV, V, und VI nur im Winter und Frühjahr Wasser führen und während der
Vegetationsperiode von Landpflanzen besiedelt werden. Im folgenden werden aber auch diese Standorte weiter mit dem
Begriff "Teich" angesprochen, der als Oberbegriff fungiert. Im Untersuchungszeitraum fiel der Wasserstand der
tieferen Teiche VII, VIII, IX, X und XI merkbar. Mit Ausnahme der Teiche IV und IX sind alle Teiche von Wald umgeben, so daß
hier eine Verlandung besonders schnell erfolgen kann. Die Teiche I, II, VII, VIII, X und XI sind dunkelbraun bis fast schwarz und
stark verschlammt. Sie gehören nach Ellenberg (1986) aufgrund der Färbung dem meso- bis eutrophen
Gewässertypus an, die aber durch die Auswaschungen der angrenzenden Rohhumusdecke dystroph geprägt
sind. Die größtenteils im Jahr trocken liegenden Teiche III, IV, V und VI und Teich IX sind schwach verschlammt.
Letzterer scheint mehr mit Trübstoffen belastet als die übrigen Waldteiche. Die Wasserfarbe ist hellbraun
bis bläulich mit einer geringen Sichttiefe, so daß in diesem Teich mesotrophe Nährstoffverhältnisse
vermutet werden können (Ellenberg 1986).
Zu der Klasse der Potamogetonetea pectinati mit der einzigen Ordnung, Potamogetonetalia
pectinati gehören die Aufn. 1-3 der Tabelle 1. Die Hydrophyten dieser Gesellschaften besitzen auffällige
Schwimmblätter und entfalten sich in stehenden oder schwach fließenden, meist windgeschützten
Gewässern und sind dort sehr konkurrenzkräftig (Pott 1995).
Nymphea albaDie Aufn. 1-2 beschreiben kleinflächige Dominanzbestände von Nymphaea alba,
die als Ausbildungen des Myriophyllo verticillati-Nupharetum lutea einzuordnen sind. Teich II war im Untersuchungszeitraum
größtenteils von Potamogeton natans bedeckt und kann als Dominanzgesellschaft des Nymphaeion albae
der Potamogeton natans-Gesellschaft zugeordnet werden (Aufn. 3).
Veronica scutellataAm Ufer der Teiche IX, VII und III wuchsen z.T. recht großflächig Bestände von Juncus
bulbosus (Aufn. 4-7). Solche Juncus bulbosus-Gesellschaften gehören der Klasse Littorelletea uniflorae,
der Strandlings-Gesellschaften an, zu der niedrigwüchsige, subaquatisch oder amphibisch lebende Gesellschaften
des Litorals gehören (Aufn. 4-6). In Teich VI sind Veronica scutellata-Bestände mit hohen Deckungsanteilen von
Polygonum minus gefunden worden. Sie werden hier als Veronica scutellata-Gesellschaft bezeichnet, die zur
Littorelletea uniflorae-Gesellschaft gehört (Aufn. 7).
Meist produktionskräftige und relativ hochwüchsige Verlandungsgesellschaften sind in der
Phragmitetea australis-Klasse eingegliedert. Hierzu gehören die Helophyten der Aufn. 8-15, die alle der Ordnung
Phragmitetalia australis angehören.
Sparganium emersumDie Röhrichte werden dem Verband Phragmition australis zugeordnet. Ein Bestand (Aufn. 8)
von Sparganium emersum wurde am flachen Uferrand von Teich II gefunden und als kennartenarme Ausbildung dem Sagittario-
Sparganietum emersi zugeordnet.
Eleocharis palustrisEine Initialgesellschaft des Phragmition
ist die gegenüber Beschattung empfindliche
Assoziation Eleocharitetum palustris. In den Aufn. 9 und 10 (Teich I und II) sind zwei Bestände vermerkt worden. Im
nebenstehenden Foto ist Eleocharis palustris zu sehen.
Typha latifolia
Carex rostrata
Die Großseggenriede (Aufn.11-15), das (Magno)Caricion elatae, nehmen im Vergleich
zu den Stillwasserröhrichten trockenere Standorte über semiterrestrischen Naßböden ein. Ein Bestand
der Verbandskennart Typha latifolia (Aufn. 11) wurde erst im Spätsommer im ausgetrockneten Teichbett von
Teich II aufgenommen. Es handelte sich noch um Jungpflanzen, die zwischen vorjährigen, abgestorbenen Rohrkolben austrieben.
Die nährstoffärmsten Standorte der Großseggenriede kennzeichnet das Caricetum rostratae (Aufn. 12-15).
Juncus effususHäufig gefundene Juncus effusus-Dominanzbestände wuchsen in trockengefallenen
Senken oder Uferbereichen (Aufn. 16-22) und gelten als ranglose Bestände der Klasse Molinia-Arrhenatheretea.
Im ufernahen Bereich des Teiches VII hatte sich ein Calamagrostis epigeios-Bestand angesiedelt (Aufn. 23), der
keiner bestimmten Klasse zugeordnet wird.
Auffällig ist die Artenarmut der gefundenen Gesellschaften, die meit reine Dominanzbestände
ausbilden. Eine zusammenfassende Übersicht der Vegetationsausstattung der Teiche gibt Abb. 36.
| Gesellschaft |
TI |
TII |
TIII |
TIV |
TV |
TVI |
TVII |
TVIII |
TIX |
TX |
TXI |
| Myriophyllo verticillatum-Nupharetum lutea |
- |
+ |
- |
- |
- |
- |
(+) |
+ |
(+) |
- |
- |
| Potamogeton natans |
- |
+ |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
| Juncus bulbosus |
- |
- |
+ |
- |
- |
- |
+ |
- |
+ |
- |
- |
| Veronica scutellata |
- |
- |
- |
- |
- |
+ |
- |
- |
- |
- |
- |
| Sagittario-Sparganietum emersi |
- |
+ |
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- |
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- |
- |
- |
- |
- |
- |
| Eleocharitetum palustris |
+ |
+ |
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- |
- |
- |
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- |
| Typha latifolia |
- |
+ |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
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- |
| Caricetum rostratae |
- |
+ |
- |
- |
- |
- |
+ |
- |
+ |
+ |
- |
| Juncus effusus |
- |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
- |
+ |
+ |
+ |
| Calamagrostis eipgeios |
- |
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- |
- |
- |
- |
+ |
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- |
- |
- |
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