7.4. Ruderalisierte Agrostis capillaris-Gesellschaften auf weniger stark befahrenen Randstreifen
Im peripheren Teil des Untersuchungsgebietes sind an Weg- und Waldrändern weniger stark
befahrene Vegetationsstreifen auf vermutlich schwächer verdichteten Böden zu finden.
Die gemessenen pH-Werte liegen zwischen 5.7 und 7.3 und damit im Schnitt deutlich
höher als die im vorigen Kapitel besprochenen Werte. Die Bodenarten der verschiedenen Vegetationsaufnamen konnten
mit "schluffiger Sand" bzw. "lehmiger Sand" angesprochen werden.
Fast alle Aufnahmen der Tabelle 7.4 enthalten Agrostis capillaris in stark unterschiedlichen Deckungen,
so daß zumindest für die Aufnahmen mit höheren Deckungsanteilen des Roten Straußgrases auch eine
ökologische Nähe zu den großflächigen Ausbildungen der Agrostis capillaris-Gesellschaften zu vermuten ist.
Rumex acetosella ist hier meist mit dem Roten Straußgras vergesellschaftet.
;Die Aufn. 71-74 beschreiben lückige Agrostis capillaris-Ruderalgesellschaften.
Sie enthalten in unterschiedlichem Ausmaß Arten der Sandtrockenrasen. In Aufn. 71 mit einer Straußgras-Deckung
von knapp 40 % tritt Spergula morisonii sporadisch hinzu. Illecebrum verticillatum mit einer Deckung von 3-5 %
weist auf wechselfeuchte Bedingungen hin. Kennartenreicher an Koelerio-Corynephoretea-Arten sind die Aufn. 72-74, z. B.
erlangen Polytrichum piliferum, Filago minima, Potentilla argentea und Trifolium arvense oft Deckungen von
3-5 %. Diese Kennarten kennzeichnen stickstoffarme und trockene Standorte, wobei die Aufn. 73 und 74 bereits
Molinia-Arrhenatheretea-Arten und typische Stickstoffzeiger wie Urtica dioica oder Artemisia vulgaris enthalten.
In anderen Wegrandgesellschaften, den Festuca rubra-Gesellschaften, steigen die Deckungsanteile
von Festuca rubra (Aufn. 75-78). Die Anteile von Agrostis capillaris gehen in den Aufn. 75-78 von gleich bis
abwesend zurück und Grünland-Arten, wie Ranunculus acris, Trifolium repens und Prunella vulgaris,
treten verstärkt hervor, so daß stickstoffreichere und feuchtere Standortbedingungen vermutet werden können.
Alle Aufnahmen beinhalten aber noch mehrere Koelerio-Corynephoretea-Arten in größerer Anzahl.
Aufn. 79 gibt eine nitrophile Cirsium vulgare-Gesellschaft wieder, die mit Agrostis capillaris,
Hypericum perforatum und Plantago lanceolata durchsetzt ist. Ein Gebüsch mit verschiedenen Rubus-Arten ist in
Aufn. 80 dargestellt, die hier als Rubus idaeus-Gesellschaft angesprochen wird.
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