Vegetationsstudie in der Lüneburger Heide

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Inhaltsverzeichnis Diplomarbeit

Teil E:Ergebnisse der Vegetationsuntersuchung

8. Heidegesellschaften der Klasse Calluno-Ulicetea

Zu dieser Klasse werden anthropogene Pflanzengesellschaften geordnet, die zu einem Teil in den Geestgebieten Nordwestdeutschlands zu finden sind. Die Borstgrasrasen auf trockenen Standorten befinden sich in dem Verband Violion caninae, welcher der Ordnung Nardetalia strictae untergeordnet ist. Sie sind artenarm und grenzen oft an Standorten der Sandheiden. In der 2.Ordnung, dem Ulicetalia minoris, werden die Ginster-, Heidekraut- und subozeanische Zwergstrauchheiden eingeordnet. Dazu gehört der Verband Genistion pilosae mit den subatlantisch-subborealen Besenginsterheiden, die in diesem Kapitel alle dem subatlantischen Genisto anglicae-Callunetum typicum angehören. Dieser ist oft nur fragmentarisch ohne Assoziationskennarten ausgebildet.

Bild von verbuschender Heide

Heideflächen sind vorwiegend in den peripheren Bereichen der Roten Fläche I zu finden. Ihr Anteil an der Gesamtfläche ist nur noch gering.Oft findet man kleine Areale, auf denen die Bestände verbuschen.



Bild von verdorrter HeideAndere Bestände sind durch den heißen Sommer vollständig verdorrt.


Die in ihnen gemessenen pH-Werte liegen im sehr stark sauren Bereich; Ausnahmen bilden Aufn. 93 mit einem stark sauren pH-Wert von 4.3 und Aufn. 81 mit einem neutralen pH-Wert von 7.0. In den Aufn. 85 und 87 bestand der Oberboden aus schluffigem, in den restlichen Aufnahmen aus lehmigen Sand.

Bild von Genista pilosaGenista pilosa

Die Aufnahmen 81-96 in Tabelle 8 beschreiben Heidegesellschaften der Assoziation Genisto-Callunetum pilosae. Dabei wurde Genista pilosa, die sowohl als Ordnungs-, Verbands- und Assoziationskennart fungiert, nur in zwei Aufnahmen gefunden (Aufn.93 und 91).


Aufnahmen,in denen Calluna vulgaris Deckungen von über 75 % erreicht (Aufn. 81-93):

Völlig flechtenlos sind die Aufn. 81 und 82. Eine relativ häufige Ordnungskennart, das Moos Hypnum jutlandicum, ist in beiden Aufnahmen nicht vorhanden. Carex pilulifera ist sporadisch vertreten, wie auch der typische Heidebegleiter Deschampsia flexuosa.Erst die Aufn. 83-88 enthalten Flechten. Dabei ist Cladonia chlorophaea stets, C. fimbriata sehr häufig und C. coccifera gelegentlich enthalten. C. subulata und C. pleurota treten vereinzelt hinzu. Hypnum jutlandicum ist nur vereinzelt vertreten.

Eine Ausbildung mit Deckungen von Hypnum jutlandicum von 5 bis 25 % bilden Aufn. 89-93. Im ganzen sind sie etwas flechtenreicher, als weitere Flechte tritt Cladonia portentosa hinzu. Die im Untersuchungsgebiet nur selten gefundene Genista pilosa ist in zwei dieser Aufnahmen vertreten.

Besenkrautarme Aufnahmen, mit Deckungen von Calluna vulgaris von unter 15 % (Aufn. 94-96):

In den Aufn. 94-95 tritt Calluna vulgaris stark zurück. Diese Aufnahmeflächen werden von Deschampsia cespitosa dominiert, mit z. T. großen Anteilen von Nardus stricta. Pott (1995) stellt Drahtschmielen-Rasen in Heidegebieten als Abbaustadium zum Ulicetalia minoris. Im Untersuchungsgebiet sind hier auch Pionierarten wie Rumex acetosella und Agrostis capillaris vermehrt vertreten.

Eine Nardus stricta-Gesellschaft beschreibt Aufn. 96, in der Nardus stricta eine Deckung über 75 % erreicht. Sie wird hier als ranglose Gesellschaft zu der Ordnung Nardetalia strictae gestellt.

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