9.1.Periclymo-Fagetum
Im Bereich der Schneverdinger Endmoräne haben sich durch eiszeitliche Ablagerungen
Geschiebelehme bzw. -mergel abgelagert, die etwas nährstoffreicher sind als die ganz basenarmen Vorschüttsande.
Hier sind kleine Reste sehr alter Traubeneichenwälder zu finden, die schon in der Kurhannoverschen Karte eingezeichnet sind.
Der in Aufn. 99 gemessene pH-Wert lag bei 3.9 im "sehr stark sauren" Bereich. Der Oberboden
war "lehmig-sandig".
 Die Aufn. 98 und 99 stellen die für lehmigen Boden typischen Wälder der Assoziation
Periclymo-Fagetum dar, unter denen sich in der Regel Braunerde oder Parabraunerde befindet (Ellenberg 1986):Tabelle 9.1 Die Aufnahmen sind durch ehemalige Niederwaldwirtschaft geprägt, für die dicht am Boden ausgeschlagene
und "mehrstämmig" gewachsene Bäume charakteristisch sind. Anspruchsvollere Arten wie
Pteridium aquilinum (in Deckungen bis zu 15%), Solidago virgaurea (sporadisch) und Holcus mollis
zeichnen den Wald von Aufn. 98 aus und stellen gleichzeitig die Differentialarten gegenüber dem Betulo-Quercetum
roboris dar und grenzen den Buchen-Eichenwald gegenüber Birken-Eichenwäldern ab (Pott 1995). Die Krautschicht
ist nur schwach ausgebildet. Zu dem Adlerfarn gesellen sich Deschampsia flexuosa und Dicranum scoparium
hinzu, säuretolerante Arten, die auch in Birken-Eichenwäldern anzutreffen sind.
Aufn. 99 ist ausgesprochen kennartenarm. Ohne Differentialarten ähnelt dieser Wald stark einem Birken-
Eichenwald, die Deckung von Vaccinium myrtillus beträgt rund 30%. Laut Pott (1995) sind säuretolerante Arten des
Birken-Eichenwaldes durchaus typisch für den trockenen Buchen-Eichenwald. Auch dieser Wald ist durch Niederwaldwirtschaft
geprägt.
In beiden Aufnahmen ist die völlige Abwesenheit der Buche problematisch bei der Zuordnung zu den
Fageten. Hierauf wird in der Diskussion eingegangen.
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