9.3. Kiefernwälder und -forstender Assoziation Dicrano-Pinion
Ausgedehnte, oft stark zerfahrene Kiefernwälder nehmen in den peripheren Gebieten der
Roten Fläche I große Flächenanteile ein, die auf Standorten von Eichen-Birkenwäldern und
Bucheneichenwäldern (Schneverdinger Endmoräne) stehen. Innerhalb des Panzerübungsgebietes
und entlang der Alten Landstraße sind kleinere, verschieden alte Anpflanzungen mit Pinus sylvestris zu finden.
Die gemessenen pH-Werte einiger Kiefernwälder (Aufn. 104, 106) liegen zwischen 4.4 und 6.5.
im "stark sauren" und "schwach sauren" Bereich. Die Bodenart reicht von "schluffigen Sand"
bis "reinem Sand".
Bei den Aufn. 104-106 in Tabelle 9.1 handelt es sich um Kiefernforste. Die Baumschicht erreicht Deckungen
von 75-100 %, Strauch- und Krautschicht sind meist nur schwach ausgebildet. Aufn. 106 zeigt einen starken Jungwuchs von
Betula pendula in der Strauchschicht, die durch das lichte Kronendach ermöglicht wurde.
Bei den Aufn. 107-109 handelt es sich um anders strukturierte Kiefernanflugwälder.
Die Baumschicht erreicht nur Deckungsgrade von 60 bis maximal 85 %. Dadurch wird guter Lichteinfall bis an den Boden
ermöglicht. In Aufn. 3 konnte sich durch die guten Lichtverhältnisse eine gut ausgeprägte Strauchschicht
mit Betula pendula und Picea abies ausbilden. Auch die Krautschicht ist mit Vaccinium myrtillus und
Deschampsia flexuosa fast ganz geschlossen. Die Strauchschicht der Aufn. 108 und 109 besteht aus kleinen Anteilen
von B. pendula, Quercus robur, Sorbus aucuparia und Frangula alnus. Über 75 % Deckung erreicht
Deschampsia flexuosa, die Zwergsträucher Vaccinium myrtillus und Calluna vulgaris haben mehr
als 5 % Deckung, in Aufn. 108 kommt Empetrum nigrum hinzu.
 Im Untersuchungsgebiet sind die Unterschiede zwischen Forsten und Anflugwäldern nicht immer
deutlich zu sehen. Die Aufn. 106 mit starken Betula pendula-Jungwuchs ist ein schon älterer Forst mit lückigerem
Kronendach, der den Anflugwäldern in Artenzusammensetzung und -zahl ähnlich ist. Da auch die Unterschiede der
klar erkennbaren Forsten nur aus niedrigeren Artenzahlen, aber nicht aus einer unterschiedlichen Artenzusammensetzung besteht,
sollen die aufgenommenen Kiefernforsten genauso syntaxonomisch eingeordnet werden, wie es auch Sissingh (1975)
für Forsten ab einem Alter von 10 Jahren empfiehlt. Die hier gefundenen Kiefernwälder werden nur unter
Vorbehalt der Assoziation der bodensauren, subatlantisch-subkontinentalen Sandkiefernwäldern, dem
Dicrano-Pinetum, zugeordnet, deren primäre, natürliche Verbreitung im Flachland östlich
der Elbe liegt (Pott 1995), die aber von der Artenzusammensetzung (z. B. Quercus robur, Vaccinium myrtillus,
Dicranum scoparium) und dem Standort (basenarme, humose Sandböden) keine Unterschiede aufweißt.
So enthielt die Aufn. 105, ein Forstwald, die nur selten zu findende (Oberdorfer 1992) Differentialart Leucobryum
glaucum. Typische Begleiter wie Vaccinium myrtillus sind in höheren Deckungen und Pleurozium
schreberi in zwei Fällen zumindest in den Anflugwäldern häufiger zu finden (Aufn. 107-109).
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