3. Ackerwildkrautgesellschaft der Klasse Stellarietea mediae
Im Nordosten und Nordwesten des Untersuchungsgebietes befinden sich zwei Wildäcker
(Aufn. 27 und 28):Tabelle 3, deren Haupkulturart aus Raphanus sativus bestand. Acker I der Aufn. 27 wurde nur
sehr extensiv betrieben und hatte den Aspekt eines Sandtrockenrasens innerhalb eines Kiefernwaldes. In Acker II der
Aufn. 28 erreichte die Kulturpflanze sehr hohe Deckungen. Diese Fläche war insgesamt größer, und,
obwohl zwischen Wäldern gelegen, weniger stark beschattet.
Mit 5.1 lag der pH-Wert für Acker I im "stark sauren", für Acker II mit 7.7
schon im "schwach alkalischen" Bereich. Die Bodenart war "Schluff" bzw. "lehmiger Sand".
Beide Wildäcker wurden in Tab.3 als Fragmentgesellschaften zu der Ordnung Sperguletalia arvensis
gestellt, die in Winter- und Sommerfruchtkulturen auf basenarmen Böden zu finden ist. Diese Zuordnung ist nur schwach
begründet, da nur sporadische Vorkommen einer Ordnungskennart, Raphanus raphanistrum, vorhanden sind. Aus Mangel
an weiteren Kennarten und den an sich passenden Standort wurde bei dieser Zuordnung geblieben.
Als ehemalige Kulturpflanze ist Linum usitatissimum auf Acker I sporadisch vertreten. Auffallend ist
hier das fast völlige weiterer Ackerwildkräuter (Ausnahme: Polygonum persicaria). Auch typische Begleiter wie
Rumex acetosella und Holcus mollis sind nur vereinzelt anzutreffen. Dafür erlangen Trifolium repens
aus der Klasse Molinio-Arrhenatheretea und Agrostis capillaris aus der Klasse Koelerio-Corynephoretea
mit 2a bzw. 5a sehr hohe Deckungsgrade.
Etwas anders stellt sich Acker II dar. Zusätzlich zu Raphanus sativus lassen Reste anderer
Kulturpflanzen, Phacelia tanacetifolia, Secale cereale, Fagopyrum esculentum und Pisum sativum,
auf häufigen Fruchtwechsel schließen. Auf diesem Feld ist die Anzahl der Wildkräuter und der typischen Begleiter
aspektbestimmend. Trifolium repens ist wieder häufiger vertreten.
Auffällig bei beiden Wildäckern ist der hohe Anteil an Hemikryptophyten (s. Diskussion).
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