Vegetationsstudie in der Lüneburger Heide

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Inhaltsverzeichnis Diplomarbeit

Teil E:Ergebnisse der Vegetationsuntersuchung

4. Moorvegetation der Klassen Scheuchzerio-Caricetea nigrae und Oxycocco-Sphagnetea

Das Möhrer Moor gehört nicht zur Roten Fläche I. Trotzdem wurden hier vereinzelt ältere Fahrspuren gefunden. Hier sind acht Aufnahmen exemplarisch gemacht worden.

Das Möhrer Moor befindet sich am auslaufenden Rand eines Hochmoores und hat den Charaker eines Übergangswaldmoores (Buchwald 1984). Die Torfschicht ist nicht sehr dick. Die Aufn. 30 und 31 wurden an einem kleinen, zum Zeitpunkt der Vegetationsaufnahme trocken gefallenen Wasserlauf gemacht. Das "Wasserbett" war vegetationsfrei, so daß der mineralische Untergrund sichtbar war. Links und rechts davon wuchsen etwas höhere Polster (ca. 10-20 cm) von Sphagnum magellanicum s. Aufn. 30 und 31 in Tabelle 4 mit verschiedenen Zwergsträuchern. An einer offen gehaltenen Stelle wurde Aufn. 29 gemacht. Auch hier wurde der Mineralboden nach wenigen Zentimetern erreicht. Hier wurde die einzigste Bodenprobe genommen. Die Bodenart wurde als "schluffiger Sand" bestimmt, der pH-Wert fiel mit 4.6 noch im "stark saueren" Bereich. Die Aufn. 35 wurde an einer eher trockenen Stelle von Schlenken mit Narthecium ossifragum und Drosera rotundifolia angefertigt. Die vorgefundenen Moorflächen sind inmitten eines Bruchwaldes eingebettet und relativ klein. Die Aufnahmeflächen 36, 32 bis 34 befinden sich in Randgebieten des Bruchwaldes, wobei sich Aufn. 33 in einer tiefen und überwachsenen Fahrspur befand.

Im Scheuchzerio-Caricetea nigrae sind Niedermoor- und Hochmoorschlenken-Gesellschaften beschrieben. Hierzu gehört die Ordnung Scheuchzerietalia palustris, der Übergangsmoor- und Schlenken- Gesellschaften, die deutlichen Pioniercharakter haben. Oft grenzen sie an Hochmoor-Bultgesellschaften. Hierzu gehört die Aufn. 29, die ein kennartenarmes Sphagno tenelli-Rhynchosporetum albae im Verband Rhynchosporion albae wiedergibt. Schnabelried-Schlenken stehen in Kontakt zu nassen, nährstoffarmen, dystrophen Moorgewässer, die periodisch oder episodisch Wasser enthalten (Pott 1995).

Bild von Sphagnum magellanicum, Erica tetralix und Molinia caeruleaSphagnum magellanicum, Erica tetralix, Molinia caerulea

Zu der Klasse Oxycocco-Sphagnetea und der Ordnung Erico-Sphagnetali papillosi zählen die Aufn. 30-36. Die Ordnung unterteilt sich in zwei Verbände: dem Oxycocco-Ericion tetralicis (Aufn. 30-32) und Ericion tetralicis (Aufn.33-36). Die Aufn. 30-31 beschreiben ein Erico-Sphagnetum magellanici. Dabei bildet das bultig wachsende Sphagnum magellanicum einen unterschiedlich durchfeuchteten Standort: Während sich zwischen seinen Bulten ausreichend feuchte Senken für ausgesprochen Nässezeiger wie Andromeda polifolia und Vaccinium oxycoccus befinden, ist es auf den Bulten verhältnismäßig trocken, so daß erst Erica tetralix, und später auch Empetrum nigrum und Calluna vulgaris hinzukommen. Zu dem Verband Ericion tetralicis gehören die Aufn. 32-36. Narthecium ossifragum bildet in Aufn. 113 einen Dominanzbestand des Ericetum tetralicis, Aufn. 114-112 zeigen mit Erica tetralix, Juncus squarrosus, Trichophorum cespitosum und Molinia caerulea zwei typische Ausbildungen dieser Assoziation, die auf nassen Moorrandpartien oder auf schwach entwässerten Hochmooren anzutreffen ist. Als Abbaustadium des Ericetum tetralicis kann die Molinia caerulea-Gesellschaft (Aufn. 35) bezeichnet werden. Erica tetralix geht stark zurück, während Molinia caerulea dominiert. In Aufn. 36 durchmischen sich Molinia caerulea und Juncus effusus zu gleichen Teilen, so daß hier der Einfluß des Moorrandes und bessere Nährstoffentwicklung zusammenwirken (s.Diskussion).



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