1. Gewässervegetation
Bei den Teichen im Untersuchungsgebiet handelt es sich um junge Gewässer, die in den letzten
40 Jahren künstlich angelegt wurden. Die ursprüngliche Funktion der Teiche war, den erosionsbedingten
Abfluß des Oberflächenwassers zu sammeln. Im Gelände ist es schwierig auseinanderzuhalten, inwieweit
die geringe Sichttiefe mit der Trübstoffbelastung zusammenhängt, oder mit den ausgewaschenen Huminstoffen,
der in den umliegenden Wäldern vorhandenen Rohhumusdecke. Ganz sicher hängen die niedrigen pH-Werte aber
mit diesen Auswaschungen zusammen, da die Huminstoffe einen sauren Charakter haben (Ellenberg 1986). Direkte Folge
einer Versauerung von Gewässern können sich in einer starken Verminderung der Artenzahl bemerkbar machen
(Pott 1995), was eine mögliche Ursache der vorgefundenen Artenarmut sein kann. Durchweg alle Teiche werden, solange
sie Wasser führen, vom Wild als Tränke genutzt. Genaue Lage und Anordnung der Teiche s. Vegetationskarte im
Anhang.
Wassertrübung durch Staubeintrag und Oberflächenabschwemmung ist nach Bruns
(1991), der Waldteiche der Roten Fläche II untersuchte, in allen Teichen gefunden worden, wobei bei größerer
Entfernung zum Panzerübungsgelände der Schwebstoffgehalt sinkt. Geht man von ähnlichen Verhältnissen
der Teiche auf der Roten Fläche I aus, so waren vor allem Teich IV und Teich IX betroffen, da eine schützende Randbewaldung
fehlt. Die Waldteiche im Möhrengrund und nördlich des Möhrer Moors (Teich X und XI) sammelten das
erosionsbedingte Oberflächenwasser aus West- und Ostrichtung und dürften mit Schwebstoffen stark belastet sein.
Die Teiche I, II und III liegen randlich des Untersuchungsgebietes, so daß nur von der östlichen Seite ein Zustrom
erfolgte. Inwieweit eine umliegende Bewaldung durch die "Vorfilterung" des Oberflächenwassers einen
wirklichen Schutz darstellt, ist allerdings fraglich, da diese Wälder gleichzeitig als "Staubfalle" dienen und die
Gewässer mitbelastet haben könnten.
Eine direkte Korrelation bestand zwischen der Schwebstoffbelastung der Teiche der Roten Fläche II
(Bruns 1991) und den Anstieg von Stickstoff und dem Wachstumsmangelelement Phosphor, so daß durch den
Übungsbetrieb zunehmend Nährstoffe in die Gewässer gelangten. Eine ökologische Folgewirkung ist die
Verschiebung des Arteninventars zu euryöken Arten, die in der Lage sind, ein weites ökologisches Spektrum abzudecken.
Dies konnte im Untersuchungsgebiet nur indirekt beobachtet werden. Potamogeton natans (Teich II), Juncus bulbosus
(Teich III, VII, IX) und Carex rostrata (Teich II, VII, IX, X) besitzen weite ökologische Amplituden und sind meist sehr
großflächig an den jeweiligen Teichen vertreten.
Die Artenvielfalt ist nur gering, besonders auffällig ist das Fehlen submerser Pflanzen. Die
Gesellschaftsausbildungen der Ufervegetation im Untersuchungsgebiet besteht hauptsächlich aus artenarmen
Dominanzbeständen. Da diese Gewässer aber noch sehr jung sind, kann eine Besiedlung zusätzlicher
Wasserpflanzen nicht ausgeschlossen werden. Eine Verbreitung von Gewässerpflanzen durch Enten trifft zumindest für
Teich IX zu, wo häufiger Enten beobachtet wurden.
Nur schwach ausgeprägte Uferzonen wirken sich negativ auf eine Besiedlung von Wasserpflanzen aus
(Bruns 1991). Dies gilt im Untersuchungsgebiet nur für Teich I, der nur an der Südseite eine Flachwasserzone besitzt, an
der nur ein Eleocharis palustris-Bestand gefunden wurde. Andererseits kann durch das periodische Trockenfallen des Teiches
eine zukünftige Besiedlung ermöglicht werden.
Die beobachtete Eutrophierung führte zu einer Verlagerung der Pflanzenproduktion von Makrophyten
zu Phytoplankton (Bruns 1991), konnte aber in den Teichen der Roten Fläche I nicht festgestellt werden. Fäulnisprozesse
bzw. Faulschlammbildung und Sauerstoffmangel wären die Begleiterscheinungen.
Laut Bruns (1991) wirken ufernahe Wälder ausgleichend auf Temperaturschwankungen von
Gewässern, wie es bei Teich I, II, III, IV,VI, VII, VIII, X und XI der Fall ist, während an den vegetationsarmen
Panzerübungsflächen die Temperaturdifferenz stark auseinanderklafft (Teich IV, IX).
Beschreibung der Pflanzengesellschaften,Tabelle 1:
Die an sich artenreiche Seerosen-Gesellschaft, Myriophyllo verticillati-Nupharetum, gedeiht in
nährstoffreichen Seen bis in Wassertiefen von etwa 4 m hinabsteigend. Als Charaktergesellschaft gehört sie zum
Verlandungskomplex eutropher Gewässer (Pott 1983). Sie ist in
Teichen mit humosen Schlammböden zu finden
und scheint eine mäßige Wasserverschmutzung ertragen zu können
(Oberdorfer 1992), aber windempfindlich
zu sein (Preising 1990). In Teich IX, der windoffen liegt, sind
ihre Standortsbedingungen demzufolge nicht optimal.
Möglicherweise sind deswegen nur wenige Exemplare gefunden worden.
Je nach Grad und Intensität der Eutrophierung gibt es verschiedene Ausbildungen der
Seerosengesellschaft, in denen eine der beteiligten Arten zur Dominanz gelangen (Pott 1995). Die im Untersuchungsgebiet
häufig anzutreffende Nympheae alba besiedelt mäßig stickstoffreiche Standorte. Sie ist der Gelben
Teichrose in seichtem Wasser bis 3 m Wassertiefe überlegen (Ellenberg 1986). In Teich VII und IX wurden von ihr nur
Einzelexemplare gefunden, in Teich II und VIII standen sie dicht gedrängt, jedoch insgesamt nur wenige Quadratmeter
einnehmend. Die Gesellschaftsentwicklung scheint hier an ihrem Anfang zu stehen. Das Fehlen der stickstofffreundlicheren
Nuphar lutea könnte ein Hinweis auf nur mäßige Eutrophierung sein. Ist auch Potamogeton natans
im Gewässer wie in Teich II, so handelt es sich laut Oberdorfer (1992) um eine nährstoffarme Assoziationsgruppe.
Die Potamogeton natans-Gesellschaft stellt eine Pioniervegetation bei unterschiedlicher
Nährstoffversorgung vom dys-mesotrophen bis hin zum eutrophen Bereich dar. Sie ist im Flachland in der Regel als Initialstadium
des Myriophyllo-Nupharetum anzusehen (Pott 1995). Es ist eine extrem artenarme Gesellschaft von weiterer Verbreitung
in flachen (0.5-1.8 m tiefen), mäßig nährstoffarmen, sauren Moortümpeln über dyartigen
Torfschlamm. Für das Untersuchungsgebiet wird vermutet, daß die von Pott (1995) beschriebene weite
ökologische Amplitude im Hinblick auf die Nährstoffversorgung in Teich II auf eher eutrophe Verhältnisse
hinweist, die das flächendeckende Wachstum von Potamogeton natans ermöglicht hat.
Littorelletea uniflorae-Arten sind mit ihrem ausläuferbildenden, radikantem Wuchs optimal an
jahreszeitliche Wasserspiegelschwankungen angepaßt, die einen Wechsel von litoraler, limoser und terristrischer Phase
verursachen. In den anaeroben Phasen werden Nährstoffe, besonders Stickstoff, festgelegt, die bei Sauerstoffzutritt in
der terrestrischen Phase wieder freigesetzt werden können. Die Produktivität dieser pionierhaften Gesellschaften
ist zu schwach, als daß sie zu einer Verlandung führen. Die Arten dieser Klasse sind sehr sauerstoffliebend und
deshalb bevorzugt auf kristallklares Wasser mit hellem Sandboden oder dystrophes Wasser mit dünner Schlammauflage
beschränkt (Pott 1995).
In diese Klasse gehört die Juncus bulbosus-Gesellschaft, die durch ihre hohe
ökologische Amplitude sowohl in Moorschlenken zu finden ist als auch in oligotrophen und eutrophen
Gewässern. Die Zwiebel-Binse ist meist wintergrün. Charakteristisch ist bei langer Überflutung ihre
Pseudoviviparie, welche bei langer Überflutung die fehlende oder reduzierte geschlechtliche Fortpflanzung ausgleichen
kann. Konkurrenzfreie Ufer von Baggerseen und Teichen besiedelt sie in dichten Herden. Anderen Strandlingsrasen-Gesellschaften
wird dadurch die Ansiedlung erschwert. Besonders konkurrenzkräftig ist sie an sauren Uferbereichen (Pott 1995). Die
Juncus bulbosus-Gesellschaft bildet häufig Anfangsstadien, die an ungestörten Ufern aber eine recht
große Stabilität erreichen können (Oberdorfer 1992). Im Untersuchungsgebiet grenzen die
Juncus bulbosus-Bestände in Teich III an Juncus effusus-Dominanzbestände, in den Teichen
VII und IX zusätzlich an Carex rostrata-Gesellschaften. Eine Durchdringung dieser Bestände wurde nicht
beobachtet. In Teich III besiedelt Juncus bulbosus Plätze, die länger feucht bleiben als die Standorte von
J. effusus. In Teich VII und IX dringt Juncus bulbosusan flachen Ufern weiter ins Gewässer ein als Carex rostrata.
Zusätzlich scheint der Tritt von Wildschweinen und Rehen ihr flächendeckendes Wachstum zu begünstigen,
bzw. Konkurrenten auszuschließen, denn an den Teichen VII und IX, wo sie wächst, ist sie als einzige zumindest in
der Umgebung dieser Trittstellen verbreitet.
Auf wechselnassen und mesotrophen Sand- und Kiesböden ist die Veronica scutellata-
Gesellschaft zu finden (Pott 1995). Im Untersuchungszeitraum ist sie z.T. vergesellschaftet mit Polygonum minus
gefunden worden, einem ausgesprochenen Stickstoffzeiger (Ellenberg 1991). Nach den Zeigerwerten von Ellenberg (1991) ist
Veronica scutellata auf stickstoffarmen Standorten häufiger und nur selten auf reicheren Böden anzutreffen.
Hier könnten unterschiedliche Standortfaktoren, ursprüngliche Stickstoffarmut des Bodens bei folgender Eutrophierung
durch Erosionsabflußwasser, zu diesen Beständen geführt haben.
Röhrrichte und Großseggenriede tragen beträchtlich zur Verlandung von
Stillgewässern bei, indem ihr in der Vegetationsperiode anfallendes organisches Material meist nur unvollständig
zersetzt wird (Pott 1995).
Typha latifolia ist als Pionierart und im Flachwasser der T. angustifolia überlegen.
Laut Oberdorfer (1992) handelt es sich um eine in eutrophem, selten auch in mesotrophem Gewässer auf nährstoffreichem,
schlammigem Grund, gern in Wassertiefen um 0.2 m wachsende Wasserpflanze. Ausbildungen mesotropher Standorte sind durch
Carex rostrata gekennzeichnet. Im Untersuchungsgebiet ist Typha latifolia in Teich II zu finden, in einem
Assoziationskomplex mit Carex rostrata, Potamogeton natans, Nymphea alba und Eleocharis palustris.
Diese Artenkombination läßt auf mesotrophe Wasserverhältnisse schließen. Das Wachstum des
Breitblättrigen Rohrkolben konnte erst wieder beginnen, als der Wasserstand im Verlauf der Vegetationsperiode sank.
Oberdorfer (1992) und Pott (1995) beschreiben eine Sagittario-Sparganietum emersi-Assoziation
in nährstoffreiche bis verschmutzten Gewässern, die selten auch in stehendem Gewässer zu finden ist. Sie steht
häufig im Kontakt zum Myriophyllo-Nupharetum. In Teich II ist sie zweifach als Dominanzbestand vertreten und wird hier
als kennartenarme Variante des Sagittario-Sparganietum emersi behandelt. Diese Zuordnung ist etwas schwierig, weil die
weitere Assoziationskennart Sagittaria sagittifolia fehlt, aber auch, weil das Sagittario-Sparganietum emersi seinen typischen
Standort in langsam fließenden Bächen und Flüssen hat (Pott 1995). Trifft diese Standortpräferenz auch
für Dominanzbestände von Sparganium emersum zu, findet sie in Teich II nur schlechte Standortbedingungen.
Umschlossen von Eleocharis palustris- und Potamogeton natans-Beständen, bleibt die Frage zu diesem
Zeitpunkt noch unbeantwortet, ob sie an diesem Standort eine ökologische Nische ausfüllen, in der sie weiter
bestehen können oder von den umliegenden Beständen verdrängt werden. Oberdorfer (1992) führt eine
reine Sparganium emersum-Ausbildung ohne Sagittaria sagittifolia an kalkarmen Zuflüssen aus dem
Schwarzwald auf. Laut Ellenberg (1991) ist Sparganium emersum an stickstoffreichen Standorten häufiger und nur
ausnahmsweise auf ärmeren zu finden.
Das Eleocharitetum palustris kann als Initialgesellschaft von Phragmition- bzw. Magnocaricion-
Assoziationen angesehen werden. Es ist gegenüber Beschattung empfindlich und erliegt rasch der Konkurrenz
hochwüchsiger Helophyten (Pott 1995). Hierbei handelt es sich laut Oberdorfer (1992) um lockere Pionierröhrichte
in flachem Wasser auf nährstoffreichen Böden, die offensichtlich nur menschlich bedingt sind und eine
Ersatzgesellschaft von Magnocaricion-Gesellschaften darstellt. Im Untersuchungsgebiet wächst sie an von
Wild gestörten Flachufern (Teich I, II) und scheint dadurch ähnlich wie Juncus bulbosus daraus
einen Standortvorteil zu ziehen.
Die Pflanzengesellschaften des (Magno)Caricion elatae sind ebenso wie die Röhrichte durch
unvollständig abgebautes organisches Material an die Verlandungsserien meso- und eutropher Stillgewässer
gebunden, nehmen aber insgesamt trockenere Standorte ein (Pott 1995).
Das Caricetum rostratae ist innerhalb der Großseggenriede an den
nährstoffärmsten Standorten anzutreffen und vermittelt mit moosreichen Varianten zu
Scheuchzerio-Caricetea nigrae-Gesellschaften. Sie ist eine verbreitete Verlandungsgesellschaft im nährstoffarmen
und dystrophen Milieu, kann aber auch in meso- und eutrophe Bereiche vorstoßen, wo sie aber schnell verdrängt wird
(Pott 1995). Altrock (1987) konnte eine weite ökologische Amplitude bezogen auf den pH-Wert und Nährstoffgehalt von
Carex rostrata feststellen. In nährstoffarmen und oft auch dystrophen Kleingewässern bildet Carex rostrata
eine Pioniervegetation (Pott 1995) und stellt laut Oberdorfer (1992) eine natürliche Verlandungsgesellschaft dar.
Carex rostrata-Bestände wuchsen an den Teichen II, VII, IX und X an flachen Uferzonen, an denen auch
Juncus effusus-Bestände zu finden waren, so daß sie für das Untersuchungsgebiet nicht als
Zeiger für ausgesprochen oligotrophe Nährstoffverhältnisse dienen kann. Eine Durchdringung mit
anderen Uferpflanzen und damit eine mögliche Verdrängung wurde nicht beobachtet. Auffällig für
Teich XI ist aber, der gleich neben Teich X gelegen ist, daß die alleinige Besiedelung der Uferflächen von
J. effusus erfolgte. Hier scheint Carex rostrata gegenüber der Flatterbinse zu konkurrenzschwach zu sein.
Sie ist auf vernäßten, wenig gereiften, aber nährstoffreichen Standorten als Pionier
und Störzeiger zu finden (Pott 1995). Coenen (1981) beobachtete, daß bei höherer Trophie oder zunehmender
Verschlammung von Gewässerufern an die Stelle der Carex rostrata-Bestände zunehmend Juncus
effusus-Bestände treten. In seinem Untersuchungsgebiet stellte Coenen (1981) fest, daß Juncus effusus-
Bestände gestörte bzw. umgelagerte, teilweise offene Torfböden besiedeln. Hat J. effusus erst einmal
auf eutrophierten Schlammböden Fuß gefaßt, kann es sich an den steigenden Wasserspiegel anpassen, indem
es horstförmig in die Höhe wächst. Dadurch ist die Flatterbinse selbst in tieferen Gewässern
konkurrenzfähig und sogar besser angepaßt als Carex rostrata und die meisten anderen Helophyten
(Burrichter 1969). Nach Sukopp (1959) tritt J. effusus in den Berliner Mooren und Gewässern als Folge
stärkeren Betretens auf, die eine Zerstörung der ursprünglichen Vegetation und die Offenlegung des Bodens
zur Folge hat. Wie im Untersuchungsgebiet oft zu finden (Teich II, VII, IX und X), fand auch Coenen (1981) Juncus effusus-
und Carex rostrata-Bestände im Wechsel auftretend an Uferpartien. Dieses Phänomen schreibt er einem
schwach eutrophierenden Einfluß zu.
Die Juncus effusus-Gesellschaft gehört in die Klasse Molinio-Arrhenatheretea. Coenen
(1981) hält diese Zuordnung für problematisch. In seinem Untersuchungsgebiet lassen die Häufigkeit
von Scheuchzerio-Caricetea-Arten eher auf eine Zugehörigkeit zu dieser Klasse schließen. An den Teichen der
Roten Fläche I wächst die Flatterbinse mit Ausnahme der Teiche I und VIII in mehreren Quadratmetern großen
Beständen, häufig auch im Wechsel mit Carex rostrata, etabliert sich aber auch an den trockeneren Standorten
der Senken. Nur an Teich X ist sie zusammen mit Sphagnum inundatum vergesellschaftet gefunden worden (Aufn. 16), so
daß im Untersuchungsgebiet keine generelle Nähe von J. effusus zu der Klasse Scheuchzerio-Caricetea
beobachtet werden konnte. Hier konnte eher eine standörtliche Nähe zu der Klasse Phragmitetea australis beobachtet
werden.
Der Calamagrostis epigeios-Bestand von Teich VII lag etwas abseits des Ufers. Das Landreitgras
zeigt gegenüber Feuchtigkeit eine weite ökologische Amplitude auf, wächst aber vor allem dort, wo der
Feuchtigkeitsgrad stark wechselt. Fast stickstoffreiche Standorte werden bevorzugt (Ellenberg 1991).
Zum Abschluß soll zusammenfassend festgestellt werden: Alle Teiche enthalten Pflanzenbestände
eutropher, zumindest mesotropher Standorte. Teich II mit seinem üppigen Bewuchs scheint am stärksten von einer
Eutrophierung betroffen zu sein. Im Untersuchungsgebiet ist zumindest eine beginnende Gesellschaftsentwicklung des
Myriophyllo verticillati-Nupharetum lutea in vier Teichen zu beobachten, die verbleibenden drei Tümpel und
Teiche könnten für eine wahrscheinliche, später erfolgende Besiedelung geeignet sein. Allein die Senken
III, IV, V und VI haben eine zu knappe Wasserführung, als daß sie als möglicher Standort in Frage kämen.
Besondere Pflegemaßnahmen zum Erhalt der Seerosen-Gesellschaft sind nicht erforderlich. Jedoch sollten
Eutrophierungsquellen möglichst eingedämmt werden, um möglichst nährstoffarme Standorte zu
erhalten, die besonders selten sind. Die Beendigung der Nutzung als Panzerübungsgelände wird einen Teil der
bisherigen Imissionsquellen, wie Staub, Erosionswasser, die vermutlich auch erfolgten anthropogene Einträge der
Soldaten, zum Erliegen bringen, so daß eine weitere Eutrophierung wesentlich langsamer erfolgt. Als weitere Quellen
dürften dann nur noch der Eintrag vom Wald- und Wassertieren (Enten, Bisamratten) und für Teich I, II und III die
missionen des Bahnverkehrs und spazierengehender Menschen erfolgen.
Laut Preising (1990) weist das Myriophyllo verticillati-Nupharetum luteae durch
Entwässerung und Verschmutzung eine allgemeine Rückgangstendenz auf und ist dadurch gefährdet.
Ein Erhalt der künstlich geschaffenen Teiche I, II, VII, VIII, IX, X und XI ist somit aus naturschutzlichen Gründen
von Wichtigkeit. Der durch seine Größe mit langen, flachen Ufern ausgestattete Teich IX mit seiner unbewaldeten
Randvegetation bietet sich dabei am meisten an, ein Stillgewässer mit möglichst wenig eutrophierenden
Einflüssen zu erhalten.
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