7.4. Ruderalisierte Agrostis capillaris- und Festuca rubra-Gesellschaften
An den vielfältig von Wegen durchzogenen Randgebieten, besonders der im
Nordwesten gelegenen Privatflächen, sind Ruderalbestände gehäuft zu finden. Diese von
Menschen, sowohl von Privatpersonen als auch vom Militär, sind durch Stickstoffeintragungen beeinflußt.
Die Agrostis capillaris-Ruderalgesellschaften kennzeichnen den
nährstoffärmeren Flügel der Aufnahmen in Tabelle 7.4. Besonders auffällig ist
dies für die artenärmste Aufn. 71 mit Illecebrum verticillatum. Die für diese
Art besonders wichtigen wechselfeuchten Bedingungen lassen Verdichtungen im Unterboden
vermuten, die zu Stauwasser führen. Mit der steigenden Deckung von Agrostis capillaris
nimmt die Artenzahl insgesamt und insbesondere der Molinia-Arrhenaterea-Arten zu, so daß
vermutet wird, daß zusätzlich zu Stickstoffeinträgen die höhere Krautschichtdeckung
eine Auswaschung von Nährstoffen verlangsamt, die damit auch anspruchsvolleren
Grünlandarten zur Verfügung stehen.
Die Festuca rubra-Gesellschaft ist häufig fast deckungsgleich mit
Agrostis capillaris vergesellschaftet gefunden worden (Aufn. 75-78). In diesen Aufnahmen steigt
der Anteil der Grünland-Arten. Hier ist zu beobachten, daß die Aufnahmen mit geringeren
Gesamtdeckungen noch häufiger Arten der Sandtrockenrasen besitzen. Eine mögliche
Ursache besteht darin, daß diese ursprünglich nährstoffarmen Böden durch
anthropogenen Einfluß sekundär überformt sind, die aber noch nicht zu homogenen
Bedingungen in der Verteilung der Nährstoff- bzw. Stickstoffeinträge geführt haben.
Hinzu kommt, daß bei einer noch relativ lückigen Vegetation die Konkurrenzverhältnisse
noch nicht zum Ausschluß standortsuntypischer Arten geführt hatte.
Die Cirsium vulgaris- und Rubus idaeus-Gesellschaft sind besonders
starke Anzeiger von Stickstoffeinträgen. In Aufn. 79 wurde alte Rasenabfälle gefunden, die
Rubus idaeus-Gesellschaft befand sich unterhalb der Bahnbrücke.
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