9.3. Kiefernwälder und -forsten
Die forstliche Begünstigung der Kiefer auf Betulo-Quercetum-Standorten, die auch
eine sekundäre, natürliche Ausbreitung zur Folge hat, läßt die Frage aufkommen,
ob durch die Bodendegradation durch Nadelholzanbau, ehemalige Streunutzung und Beweidung heute
das Dicrano-Pinetum eine Schlußgesellschaft der potentiellen natürlichen Vegetation darstellt.
Ganz sicher gilt dies nur für die ärmste Subassoziation mit Cladonien (Oberdorfer 1992). Im
Untersuchungsgebiet wurde innerhalb einer Aufnahme (Aufn. 107) Pinus sylvestris nur einmal in der
Strauchschicht vermerkt. Betula pendula ist in besonders aufgelichteten Wälder in der
Strauchschicht stark vertreten (Aufn. 106, 107,109), gefolgt von Quercus robur (Aufn. 106, 108) und
Frangula alnus (Aufn. 109), Tabelle 9.1. Hingegen ist in der Krautschicht wiederholt Quercus robur
anzutreffen (Aufn. 106-109), während Betula pendula fehlt, welche durch Äsung
von Rehen und Hasen verbissen werden kann (Wilmanns 1993).
Wie auch Otto (1994) für die
Lüneburger Heide feststellte, findet in den Kiefernwäldern des Untersuchungsgebietes
teilweise eine Sukzession mit Stieleiche, Sandbirke und Eberesche statt, wo das lückige Kronendach
Lichteinfall ermöglicht. Auf armen und trockenen Sand kommt diese Sukzession aber nach 50-80 Jahren
zu stehen. Das Maß an Licht, Wärme und Wasser, das die Kiefer im mittleren Bestandesalter
durch ihr Kronendach treten läßt, ist für die Frühentwicklung der Laubholz-Sukzession
zunächst ausreichend. Dann beginnt die gegenseitige Konkurrenz im Unterstand, und da der Standort
sehr schwach ist, kommt das Wachstum der Laubbäume in der Strauchschicht zum Erliegen. Auf
verlehmtem, nährstoffreicherem Sand mit einer guten Wasserversorgung sollte sich die Eiche nach
250 Jahren durchgesetzt haben (Otto 1994). Dies würde im Untersuchungsgebiet nur für Aufn.
07 auf der Schneverdinger Endmoräne gelten, die Frische- und Feuchtezeiger wie Galium saxatile
und Dryopteris carthusiana enthält. Die höheren Lehmanteile des Bodens besitzen eine
höhere Wasserkapazität. Eine Verjüngung von Quercus petraea in Kiefernwäldern
der Schneverdinger Endmoräne konnte aber nicht beobachtet werden.
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