Vegetationsstudie in der Lüneburger Heide

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9.4. Bruchwälder

Auf Aufn. 110 trifft die Bezeichnung Bruchwald nicht mehr ganz zu, weil hier das dichte Wachstum von Deschampsia flexuosa auch auf trockene Perioden hinweist. Noch im späten Frühling des Untersuchungszeitraumes wurde beobachtet, daß besonders der Umkreis um das Möhrer Moor durch das hochanstehende, gestaute Wasser kaum zu betreten war, das im Verlauf der sehr trockenen Sommermonate verdunstete und langsam abfloß. Diese wechselfeuchten Bedingungen können die Ursachen für die Anwesenheit von Feuchtezeigern wie Erica tetralix und Molinia caerulea in der Krautschicht und den Jungwuchs von Betula pubescens in der Strauchschicht sein. Zusätzlich könnten ehemals feuchtere Bedingungen für eine Ansiedlung von Betula pubescens verantwortlich sein. Ähnliches gilt für Aufn. 111, wo das nur schwach ausgebildete Kronendach (Deckung 30 %) eine dichte Ansiedlung hauptsächlich von Empetrum nigrum mit Vaccinium myrtillus ermöglichte, Tabelle 9.1. Die Bezeichnung Bruchwald stützt sich auf das ausschließliche Vorkommen von Betula pubescens, welches Runge (1990) sogar als Assoziationskennart ausweist. Oberdorfer (1992) beschreibt einen Bruchwald in der Birken-Phase, die er als Variante mit Mineralbodenzeigern wie Deschampsia flexuosa, Dryopteris carthusiana und Hypnum cupressiforme bezeichnet. Auch dürfte die Rolle von Pinus sylvestris in den norddeutschen Bruchwäldern eine größere Rolle spielen als bisher angenommen (Döring-Mederake 1991). Das sporadische Auftreten von Alnus glutinosa in der Strauchschicht von Aufn. 5 kann auf nährstoffreicheres Wasser durch aufsteigendes Grundwasser hindeuten (Döring-Mederake 1991).

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