2. Isoeto-Nanojuncetea bufonii
Die Befahrung mit schweren Fahrzeugen im Gebiet der Aufn. 24-26 hat zu einer Verdichtung des Bodens
geführt, so daß sich dort Wasser staut, welches in Trockenperioden verschwindet. Hier konnten sich Pflanzen ansiedeln,
die wechselfeuchte Böden bevorzugen, aber auch Pflanzen, die einen trockenen Untergrund benötigen (Aufn. 24).
Für Illecebrum verticillatum und Juncus bufonius ist Feuchtigkeit für die Keimung (Ellenberg 1986)
und für die Ausbreitung wichtig (Diekjobst 1987). Später folgende Trockenperioden hingegen vertragen beide gut
(Pott 1995, Ellenberg 1986). Laut Axt (1970) ist es wahrscheinlich, daß Illecebrum verticillatum auf trockenen
Erdkrusten und bei hohen Temperaturen ein Optimum für ihr Blühen und Fruchten findet. Diese Beobachtung
machte Axt (1970) auf einem Truppenübungsplatz in der Krummenorter Heide, nördlich Flensburg, wo er
Massenvorkommen der Quirligen Knorpelblume entdeckte.
Nach längerer Austrocknung der Senke konnten auch Pflanzen wie Agrostis capillaris
und Rumex acetosella, die trockenere Böden bevorzugen, den Standort besiedeln (Aufn. 24).
Aufn. 25 enthält viele Individuen des Stickstoffzeigers Polygonum persicaria. Im Vergleich
dazu zeigt Aufn. 26 eine verstärkte Häufung der Stickstoffzeiger Plantago major und Potentilla anserina
mit Deckungen bis zu 25 %. Das läßt Rückschlüsse auf vermehrte anthropogene Stickstoffeinträge
zu, die auf die in der Nähe befindliche Bahnlinie zurückzuführen sind und eine mögliche Ursache für
das Fehlen von Illecebrum verticillatum in dieser Aufnahme darstellen. Laut Pott (1995) ist Illecebrum verticillatum
durch Stickstoffeinträge stark gefährdet. Juncus bufonius und Gnaphalium uliginosum als
stickstoffverträglichere Pflanzen sind hingegen in Aufn. 26 häufiger vertreten. Tabelle 2
Preising (1990) weist die Assoziation Spergulario-Illecebretum verticillati als schütztenswert
aus. Da sie konkurrenzschwach sind, sind sie auf möglichst vegetationsfreien Boden angewiesen (Ellenberg 1986). Im
Untersuchungsgebiet sind die Senken und vegetationsarmen Wegränder durch wiederholtes Befahren entstanden, die
bei Ausbleiben der militärischen Nutzung zur Ansiedlung von ausdauernden Pflanzen, wie Agrostis capillaris,
Juncus effusus u. a. führt, so daß Illecebrum verticillatum verdrängt wird (s. a. Bernhardt 1989). Will
man diese Bestände nicht gefährden, erscheint es notwendig, eine mäßige Befahrung aufrecht zu erhalten,
die eine Freigabe für die Öffentlichkeit ausschließt, um erhöhte Stickstoffkonzentrationen zu vermeiden.
Eine Nutzung als Forstweg würde sich anbieten.
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