4. Moorvegetation
Auf die Vegetation des Möhrer Moor soll hier nur kurz eingegangen werden, da es nicht mehr zur
Roten Fläche I gehört und hier nur wenige Fahrspuren gefunden wurden. Die unter Anmoorböden anzutreffende
Ortsteinschicht kann so wasserundurchlässig werden, daß es zu Stauwasserbildungen kommt, die besonders
während der Wintermonate zu beobachten sind. Diese Ansammlung von Wasser wird oberflächennahes Grundwasser
genannt. Da es durch Regenwasser gebildet wird, ist es primär oligotroph (Eggelsmann und Kloset 1982). Tabelle 4
Das Sphagno tenelli-Rhynchosporetum albae ist im Möhrer Moor nur kennartenarm
ausgeprägt. Rhynchospora alba stellt nur eine schwache Assoziationskennart dar (Pott 1995), R.. fusca und
Drosera intermedia als stärkere Kennarten wurden nicht gefunden. Die ökologische Amplitude dieser Gesellschaft
reicht von kalkreichen bis zu sauren Standorten, wobei R.. fusca eine wesentliche engere ökologische Amplitude und ein
kleineres Verbreitungsgebiet besitzt als R. alba. Die Schnabelried-Gesellschaft ist auf nackten, nährstoffarmen
Torf- und feucht-humosen Sandböden, die zeitweise abtrocknen, zu finden. Die aus ihr begründeten Arten sind
relativ konkurrenzschwach, so daß sich diese Gesellschaft nur auf offenen Böden ausbreiten kann.
Als lokale Charakterarten für das Erico-Sphagnetum magellanici führt Pott
(1995) Andromeda polifolia und Vaccinium oxycoccus an. Erst bei stärkerer Bultbildung und der damit
verbundene Austrocknung der höheren Bereiche lassen eine Besiedelung mit Ericaceen zu. In den Aufn. 30 und 31
erreichen die Zwergsträucher Empetrum nigrum, Calluna vulgaris und Erica tetralix Deckungen
bis zu 30 und 50 %. Vermutet wird hier aber nicht nur eine lokale Differenzierung der Wasserverhältnisse, die für
die Vergesellschaftung von Pflanzen mit unterschiedlichen Wasseransprüchen sorgt, sondern auch die
jahresperiodischen Unterschiede des Wasserstands, die gerade am Möhrer Moor gut beobachtet werden konnten.
Die Glockenheide-Gesellschaft ist wie im Untersuchungsgebiet an Moorrandpartien mit einer
dünnen Torfschicht zu finden. Aufn. 35 gibt ein Abbaustadium des Ericetum tetralicis wieder, in dem Erica tetralix
gegenüber Molinia caerulea nur eine untergeordnete Rolle spielt. Auf bessere Nährstoffverhältnisse
läßt Aufn. 36 schließen, wo Juncus effusus zu gleichen Teilen wie Molinia caerulea hinzutritt.
Diese Aufnahme kennzeichnet den äußersten Rand des Moores.
Viele der im Möhrer Moor gefundenen Arten sind gefährdet, z. B. Sphagnum
magellanicum, Andromeda polifolia, Narthecium ossifragum u.a. (s. auch floristischen Teil). Aus
naturschutzlichen Gründen sollte deshalb dieses Moor erhalten und bisherige Pflegemaßnahmen weitergeführt
werden, wie das Offenhalten kleiner Flächen für Rhynchospora alba. Wie Kuntze und Eggelsmann (1982) bemerken,
stellen menschliche Aktivitäten, die zu Immissionen von Nähr- und Schadstoffen führen können,
Gefahren für Hochmoore dar. Ein natürlicher Waldgürtel bietet einen guten Schutz vor derartigen Einträgen.
Der nördlich des Möhrer Moores gelegene Kiefernwald ist durch die miltärischen Aktivitäten von vielen
Wegen durchsetzt, die zukünftig nicht mehr befahren werden sollten, um das Moorgebiet zu schützen.
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