Vegetationsstudie in der Lüneburger Heide

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6. Molinio-Arrhenatheretea

Die zwei auf der Roten Fläche I gefundenen Wiesen befinden sich in privater Nutzung, wobei Aufn. 41 auf einer Mähweide und Aufn.42 auf einer Weide angelegt wurde, Tabelle 6.

Mähwiesen mit hohem Holcus lanatus-Deckungsanteilen sind hauptsächlich auf feuchten, nährstoffarmen, humosen Sand- und Torfböden zu finden und könnten deswegen vielleicht besser in die Naßwiesen der Ordnung Molinietalia gestellt werden. Durch Stickstoffdüngung wird dieser Grünlandtyp gefördert (Pott 1995). Im Untersuchungsgebiet gesellen sich zu typischen Grünlandarten einige Rasenpflanzen, wie Hieracium pilosella, Hypochoeris radicata u. a. (Aufn. 41), deren Stickstoffansprüche wesentlich geringer einzustufen sind als der der Grünlandarten. Diese finden in der nicht vollständig geschlossenen Krautschicht noch gute Wachstumsmöglichkeiten, um nicht verdrängt zu werden. Hinzu treten Zeiger für gestörte Plätze wie Cerastium arvense. Diese Störung ist aber nicht auf die Befahrung mit Panzern zurückzuführen, da keine Fahrspuren gefunden wurden, sondern eher auf Beweidung und Betretung der Wiese zurückzuführen. Moose und Flechten füllen die Lücken in der Krautschicht.

In Aufn. 42 dominiert das Weidelgras. Hinzu treten eine Reihe von Grünlandarten, wie Poa trivialis, Trifolium repens, T. pratense u. a. Auch hier ist die Krautschicht nicht ganz geschlossen (90 %), die zum Teil mit Rhytidiadelphus squarrosus gefüllt wird, einem ausgesprochenen Frischezeiger. Diese Weide befindet sich auf der Schneverdinger Endmoräne in einer Reihe mit Wildacker II, Stühbusch und Wildacker I. Dieser Streifen scheint von Natur aus bessere Bodenverhältnisse zu haben (Geschiebelehm) und deswegen wirtschaftlich eine besondere Bedeutung zu haben. Der im Untergrund vermutlich vorhandene Lehm sorgt für frischere Bodenverhältnisse, wie der gute Wuchs von Rhytidiadelphus squarrosus und Poa trivialis bestätigt.

Für die Mähweide (Aufn. 41) wäre aus naturschutzlicher Sicht ein besonderer Schutz angebracht, da hier auch die sehr seltene Botrychium lunaria gefunden wurde (Gefährdungsstufe 1 im Flachland). Welche Faktoren ihr Wachstum hier begünstigt hat und ob weitere Pflegemaßnahmen zum Erhalt bzw. Schaffung eines günstigen Standortes für die Echte Mondraute angebracht sind, s. floristischen Teil D.

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